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Die Schlepperfreunde im RheinlandWest Germany's vintage tractor club for everybodypräsentiert von / presented
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Die Heinrich Lanz AG in Mannheim war ein deutscher Landmaschinenhersteller. Die Aktienmehrheit des 1859 gegründeten Unternehmens wurde 1956 vom US-amerikanischen Landmaschinenhersteller John Deere übernommen. Der Verkaufsname „Bulldog“ der von Lanz zwischen 1921 und 1960 hergestellten Ackerschlepper wurde zum synonymen Gattungsnamen für Traktoren aller Anbieter. Seit 1967 verwendet John Deere die Marke „Lanz“ nicht mehr für Produkte seiner deutschen Tochtergesellschaft, im gleichen Jahr wurde der Zusatz auch aus ihrem Firmennamen entfernt. Geschichte 1859 bis 1918 Heinrich Lanz begann 1859 mit dem Vertrieb und der Entwicklung landwirtschaftlicher Maschinen. Nach dem Eintritt von Heinrich Lanz in den väterlichen Betrieb in Mannheim importierte das Unternehmen landwirtschaftliche Maschinen wie Göpel, Futterschneidmaschinen und Dreschmaschinen und reparierte sie, bevor die eigene Herstellung begann. So wurden 1878 die ersten Lokomobilen gefertigt. Sie hatten noch einen stehenden Kessel und einen Arbeitsdruck von 3,43 bar (= 3,5 atü). Damit leisteten sie 2,5 DIN-PS (1,8 kW). Außerdem stellte Lanz Langstroh-Pressen und Selbstbinder-Pressen her. Ansicht der Lanz-Werke (um 1910) Lanz Dreschmaschine Maschinen von Lanz erhielten bis zu diesem Zeitpunkt über 70 Auszeichnungen auf europäischen Ausstellungen[1] und über 70.000 Stück waren verkauft. Nach einer Erweiterung des Sortiments durch eine Dampf-Dreschmaschine, die von einer Lokomobile betrieben wurde, sank der noch immer große Anteil an Importware, der vor allem aus englischen Dreschmaschinen bestand, in der Folge immer mehr. Das Unternehmen wurde die größte Landmaschinenfabrik auf dem europäischen Kontinent und beschäftigte mehr als tausend Arbeiter. Nachdem 1885 die tausendste Dampf-Dreschmaschinen-Garnitur verkauft worden war, erhielten ab 1887 alle Lanz-Maschinen Schutzvorrichtungen, um Unfälle zu vermeiden. Dies stellte eine Pionierleistung dar, der zwischen 1888 und 1899 die ständigen Erweiterungen des Werkes mit der Aufnahme zusätzlicher Produkte folgten. Die „Lanzsche Fabrik“ hatte zunächst ihren Standort in der Mannheimer Schwetzingerstadt in der Nähe des Hauptbahnhofs. Aus Platzgründen wurde sie ab 1888 in den benachbarten Stadtteil Lindenhof verlagert. Auf der Weltausstellung 1900 in Paris konnte Lanz bereits auf eine vierzigjährige Geschichte zurückblicken und war der größte Hersteller der Branche. So wurden über 10.000 Lokomobilen für Landwirtschaft und Industrie, 7000 große und mehr als 120.000 kleinere Dreschmaschinen, 180.000 Futter-Zubereitungsmaschinen, 60.000 Göpel für ein bis sechs Pferde und etwa 16.000 verschiedene andere Maschinen ausgeliefert. Die 10.000ste bei Lanz produzierte Maschine leistete 260 PS (191 kW) und war bis 450 PS (330 kW) überlastbar. Zwei Jahre später folgte die Umstellung der Lokomobilentechnik von Sattdampf auf Heißdampf, was eine höhere Leistung bei geringerem Verbrauch brachte. Am 1. Februar 1905 starb Heinrich Lanz und hinterließ ein Unternehmen mit fast 3000 Arbeitern, dessen Jahresproduktion 900 Dampfdreschsätzen und 1400 Lokomobilen entsprach. Sein letzter Wunsch war die Fertigung von Straßenlokomotiven (Dampftraktoren). Sein Sohn Karl Lanz übernahm danach die Unternehmensleitung und erreichte, dass bis 1906 Lanz-Dreschmaschinen immer größer und leistungsfähiger wurden und zu den besten der Welt gehörten. Im Folgejahr waren bereits über 20.000 Lokomobilen gefertigt. Über 550.000 Maschinen insgesamt hatten seit 1859 das Werk verlassen. Heinrich Lanz letzter Wunsch ging posthum in Erfüllung: Die ersten Lanz-Straßenlokomotiven wurden ausgeliefert. Beim 50-jährigen Firmenjubiläum von 1909 war bereits die Zahl von 4000 Beschäftigten überschritten. Ein Jahr später folgte die Weltausstellung in Brüssel, auf der Lanz wie bereits in Paris die größte Lokomobile der Welt ausstellte, diesmal mit einer Leistung von 1000 PS (735 kW) netto. Die Maschine erhielt drei Goldmedaillen. Ein Inserat im Jahr 1913 warb für Lokomobile mit Ventilsteuerung „System Lentz“.[2] Im Jahre 1911 schloss Lanz mit Johann Schütte einen Vertrag zum Bau von Luftschiffen, der zu 22 Luftschiffen führte, die unter dem Firmennamen Schütte-Lanz produziert wurden. Im selben Jahr wurden auch die Rechte an der selbstfahrenden Bodenfräse System Köszegi erworben, deren Produktion im Folgejahr anlief. Der Antrieb bestand aus einem Vierzylinder-Ottomotor mit 70–80 PS (51–59 kW). Dieses Gerät wurde über mehrere Jahre weiterentwickelt. Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 verlor das Unternehmen viele Beschäftigte, sodass bei Kriegsende von den ehemals 5000 am Ende nur noch 3800 übrig waren.