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Zapfwelle D1616

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

Zapfwelle D1616

Beitragvon Ditmar » 08.05.2022, 10:58

Hallo Ich wollte mal wissen ob jemand den Grund kennt warum beim D 1616 die Zapfwelle schneller als 540 U/min läuft. Da war doch vom Werk eine Sperre drin die das Fußgaspedal in ca. der Hälfte gesperrt hat bei eingeschalteter Zapfwelle. Ich glaub beim 2016 war das nicht so. Auch 24er und 28er hatten diese Sperre nicht. Wenn die Übersetzung höher ist ist die Kraft ja auch nicht so stark, was ja gerade beim 16er besonders ins Gewicht fällt.
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Re: Zapfwelle D1616

Beitragvon Ditmar » 27.06.2022, 21:02

Hallo Hier kennt sich offensichtlich keiner damit aus. Ich kann es nicht verstehen, dass nur der 16er das mit der Zapfwelle so hat. Wir hatten 1956 einen D 1616 neu bekommen. Die Zapfwelle war nicht so stark durch die höhere Übersetzung. Das hat manches Mal sehr gefehlt z.B. am Stalldungstreuer und beim Getreidebindemäher wenn es den Hang hinauf ging.
Gruß Ditmar
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Re: Zapfwelle D1616

Beitragvon papafox » 28.06.2022, 09:10

Hallo Ditmar,
Die Drehzahl der Zapfwelle hängt meines Wissens von der Motordrehzahl ab. Die ist beim 1616 max 1100 U/min. Bei den 2016 nur 950 U/min.
Deshalb wurde die Motordrehzahl beim Einschalten der ZW mechanisch reduziert (man hat dadurch die Änderung der ZW-Bauteile gespart) . Die Motorleistung, d.h. Drehmoment wird mittels
Reglereinstellung nicht beeinflusst.
Hilfts Dir?
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Re: Zapfwelle D1616

Beitragvon Eicher3010 » 28.06.2022, 09:36

Die Drehzahl wird mechanisch begrenzt, das sich das Drehzahlpettal nicht ganz durchtreten lässt auch das Handgas geht nicht bis zum Anschlag bei eingeschaltetter Zapfwelle. Man hat als junger Kerl den Handgashebel schon kurz nach oben gedrückt wenn mehr Leistung gebraucht wurde. Beim einschalten der Zapfwelle schiebt sich der Begrenzungshebel unter das Gasgestänge.
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Re: Zapfwelle D1616

Beitragvon Ditmar » 30.06.2022, 04:44

Hallo, das ist aber komisch:: D 1616 1100 U/min, D 2016 950 U/min, D 2416 und 2816 1050 U/min. 1050 U/min ist ja fast das gleich wie beim 16er. Die 24er und 28er haben diese Sperre an der Zapfwelle nicht.
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Re: Zapfwelle D1616

Beitragvon papafox » 30.06.2022, 12:02

Ja Ditmar schon merkwürdig, aber wahrscheinlich wurde die Zapfwellenübersetzung bei den 24er und 28er Typen geändert. Auch die Drehzahlregelung ist bei den 20-28 Bulldogs anders als beim 16er.
Ich konnte bei einer gemeinsamen Ausfahrt mit meinem 16er und einem 20er feststellen, dass der 20er am Berg nicht die Leistung brachte wie mein 16er, also früher zurückschalten musste.

Gruß
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Re: Zapfwelle D1616

Beitragvon dampf81 » 01.07.2022, 18:11

Hallo zusammen,


sofern die Angaben von Traktorenlexikon stimmen haben die kleine Volldiesel verschiedene Zapfwellenübersetzungen:

D1616 1,54:1
D2016 1,74:1
D2416 1,88:1
D2816 2,045:1

Die Nenndrehzahl der Bulldogs (die Drehzahl, bei der der Motor die maximale Leistung abgibt, NICHT die Maximaldrehzahl):

D1616 850 bis 1100 1/min
D2016 950 1/min
D2416 1050 1/min
D2816 1100 1/min


Was dabei auffällt: Wenn man mit der Motor-Nenndrehzahl und dem Übersetzungsverhältnis die Zapfwellendrehzahl ausrechnet, kommt man auffällig nahe an die 540 1/min.

D1616 538 1/min (gerechnet mit 850 1/min Nenndrehzahl)
D2016 559 1/min
D2416 546 1/min
D2816 552 1/min

Unter der Annahme, dass diese Angaben stimmen, würde ich sagen, in Mannheim hat man für jeden Motor die Zapfwellenübersetzung so angepasst, dass 540 1/min an der Zapfwelle bei maximaler Leistung, also bei Nenndrehzahl, erreicht werden. Wenn man zwischen verschiedenen Typen die Getriebe tauschen würde, würde die Zapfwellenübersetzung unter Umständen nicht mehr passen.

Ein Sonderfall bleibt der D1616:
Der D1616 hat ein Leistungsplateau zwischen 850 1/min (17,2 PS) und 1100 1/min (17,1 PS). Auf dem Leistungsplateu sinkt das Drehmoment (Drehmoment = Leistung / Drehzahl, Einheiten beachten!) mit zunehmender Drehzahl von 887 Nm (850 1/min) auf 693 Nm (1100 1/min). Wie papafox habe ich auch schon das Gefühl gehabt, dass der 1616 extrem zäh am Gas bleibt und sich am Berg mit reduzierter Drehzahl hochkämpft. Das liegt daran, dass, wenn das Drehmoment für den Anstieg nicht mehr ausreichend ist, die Drehzahl des Motors sich soweit reduziert, bis das Drehmoment wieder ausreicht. Erst wenn die Drehzahl am Berg unter das maximale Drehmoment bei 850 1/min fällt, schafft es der Bulldog nicht mehr und man muss zurückschalten. Diese "Schaltdrehzahl" ist beim D1616 spürbar geringer als z.B. beim 2816.
Rechnet man jetzt das verfügbare Drehmoment an der Zapfwelle aus, so hat der D1616 bei 1100 1/min 1060 Nm und bei 850 1/min 1365 Nm.
Ich würde deshalb vermuten, dass man die untere Drehzahl gewählt hat, dass der 1616 trotz verhältnismäßig wenig Maximalleistung trotzdem Arbeitsgeräte mit großem Drehmomentbedarf antreiben kann. Die Sperre ist dann wohl, damit leichtgängigere Geräte nicht mit zu großer Drehzahl betrieben werden. Der Bulldog hat ja keinen Drehzahlmesser zur Kontrolle. Heutzutage würde man das als 750er, bzw 540E-Zapfwelle verkaufen.

Viele Grüße
dampf81
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