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Motor Instandsetzung Lanz D1616

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon H.Hanson » 01.08.2021, 15:56

Servus liebe Lanz-Gemeinde,

ich bin neu hier und freu mich über das Fachwissen echter Lanz-Enthusiasten.

Mein Opa hat mir einen Lanz D1616 Bj. 55 vererbt. Der stand jetzt 6 Jahre.
Ich habe Schraubererfahrung an div. alten Fahrzeugen gesammelt.
Mit einem Lanz/Diesel hatte ich allerdings noch nie zu tun, weshalb ich euren Rat und Infos brauch, damit mir die Karre danach nicht abraucht.

Ich schliddere kurz den aktuellen Stand, Vorgehensweise und gehe dann zu Fragen über, die ich mir nicht selbst erklären konnte. Über euer Feedback würde ich mich freuen.

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Der Lanz lief als er abgestellt wurde.
Ich habe alle Verkleidungen abgebaut, Luftfilter auseinander etc.
Öl war kaum im Schmierbehälter, auch kam so gut wie nichts aus dem Sammelbehälter beim Schwungrad - das ist weniger gut.
Kühlsystem neu befüllt - bis zum nächsten Schraubertag prüfe ich - ob dicht.

1. Ölwechsel - Filzteile im Schmierbehälter tauschen + unterer Filter und Leitungen spülen .
ich schwanke zwischen 15W40 und SAE30, lieber würde ich das neue Öl bevorzugen, dazu ist aber wohl die komplette Reinigung des Ölsystems notwendig, geht das überhaupt von "außen" ?
Ansonsten befürchte ich eine Verstopfung der Leitungen, aufgrund von div. Ablagerungen - dann lieber das SAE30.

2. Kraftstoffsystem - einmal durchspülen, ausblasen, Filtersystem austauschen und die Düse reinigen.
+ Für Punkt 1 und 2 einfach Benzin nehmen oder muss das Diesel sein ?

3. Kühlsystem - zum Frost- und Korrosionsschutz würde ich ein blaues Mittel mit Ethylenglykol nehmen.

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Zu den Fragen.

Kupplung (siehe Bild) - dort befinden sich 3 bewegliche Teile mit Einstellschrauben. Scheint eine Art Halterung oder Fliegkraft-Teil zu sein ?
Ich bekam die Kupplung nicht abgezogen, da kein Abzieher vorhanden. Eins der 3 Teile ist wesentlich lockerer als die Anderen, auch die Einstellschraube des Teils ist ziemlich kaputt.
Ist das ein großes Problem - kann das noch warten oder muss ich das umgehen machen ?

Bild

Ölwechsel - Beim ersten Starten, muss man Öldruck aufbauen, Schmierung an Ort und Stelle bringen?
Evt. bei herausgeschraubter Kraftstoffdüse den Motor über Schwungrad drehen um Öl zu fördern ?

Die Pendelachse hat ein Spiel von etwa 1mm ist das noch im Rahmen oder muss man etwas zwischen legen ?

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Habe ich was vergessen, muss ich noch was beachten, Tricks und Kniffe ?
Ich bin dankbar für die Antworten und freu mich, dass der Bulldog wieder auflebt.
Ich versuche das so schnell wie Möglich umzusetzen, da wir Ihn für eine Hochzeit brauchen.
Wär klasse wenn er bis dahin wieder fährt :)

Liebe Grüße Hannes
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H.Hanson
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Re: Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon thomas schüber » 02.08.2021, 12:38

Besorg dir eine Betriebsanleitung da steht so gut wie alles drin .
Ein Bulldog kann nicht einzylindrig genug sein.
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Re: Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon H.Hanson » 03.08.2021, 14:09

Die habe ich mir schon besorgt, danke.
Das Handbuch ist bald 70 Jahre alt, da hat sich ja einiges getan/verändert, was z.B. die Flüssigkeiten angeht.
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Re: Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon Caca » 03.08.2021, 18:18

Hallo Hannes. Ich befürchte Deine Anfrage ist einfach zu komplex. Dir hier im Forum mal eben alles zu erklären ist unmöglich. Starte doch erstmal mit der Betriebsanleitung. Das was vor 70 Jahren gut war muss doch heute nicht schlecht sein. Alles mal reinigen uns spülen sowie auffüllen mit frischem Öl, Wasser und Diesel.
Ich würde dann mal probieren zu starten. Du siehst ja was passiert.

Du solltest dann langsam versuchen eventuelle Fehler zu beheben.

Es grüßt Euch alle
Der Caca vom Niederrhein
Die Welt kann nicht Einzylindrig genug sein.......... :fahrer:
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Re: Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon hollizee » 04.08.2021, 18:12

Also zum Öl kann ich sagen, dass ich 15w-40 fahre. Und bei mir muss der Bulldog auch noch mal richtig ziehen. Es gab nie Probleme. Und als Fostschutz habe ich das blaue drin.
Alles weitere steht in der BA. bzw. dem Reparaturhandbuch. Du kannst auch noch im Archiv gucken, wäre mir aber zu tüdelig.
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Re: Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon Socke » 05.08.2021, 23:27

Lieber Hannes,
natürlich kann jeder machen, was er will, aber eines sei von mir gesagt: Die Probleme, die die bisher vorgeschlagenen Vorgehensweisen verursachen können, sind hier im Forum wohl alle schon mal thematisiert worden. Suchen hilft...
Ich empfehle Dir ausdrücklich, Dich mit der Schmierung auseinanderzusetzen und nachzuschauen, ob an eirklich jeder Schmierstelle (sind nur 4) ausreichend und zuverlässig Öl ankommt. Die Ölmengen, die durch die Leitungen fließen sind sehr klein und wenn eine der Leitungen nicht durchlässig ist...
Ok, Du schreibst, vor 6 Jahren wäre der Traktor das letze Mal bewegt worden - nur einmal und kurz oder bis dahin regelmäßig?
Ich habe bei meinem Seitenglühkopf (Leitungsquerschnitte sind die gleichen...) eine ca. 30 cm lange Schmierleitung komplett (d.h. auf ganzer Länge) verstopft vorgefunden - ich weiß zwar nicht, wie lange der Traktor bis dahin gestanden hatte, vermute aber, daß es eher 10-12 statt 25 Jahre waren. Damit wäre ich nicht so weit weg von Deiner Zeitangabe. Die damalige Inbetriebnahme (1986) führte zu einem Pleuellagerschaden durch Schmierstoffmangel... Ich habe einen ganzen Winter gebraucht, das Zeuug aufzulösen.
Und: Deine Frage nach "Beim ersten Starten, muss man Öldruck aufbauen, Schmierung an Ort und Stelle bringen": Ein klares: Ja. Das Problem ist leider, daß Du den Erfolg der Aktion nicht, wie vielleicht von anderen Motoren gewohnt, durch das Erlöschen einer Lampe oder einer Anzeige (die ja auch nur signalisiert, daß Druck/Pumpleistung vorhanden ist, nicht, ob alle Schmierstellen versorgt werden) feststellen kannst, sondern eben nur, indem Du genau den Schmierstoffaustritt an genau der Schmierstelle wirklich siehst. Und möglichst auch misst.

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deiner Entscheidung, was zu tun ist.

Volker
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Re: Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon katzoff » 17.08.2021, 15:44

Hallo.
Ich habe ebenfalls einen 1616, jetzt nach fünf Jahren Restauration fertiggestellt.
Zur Kupplung: Diese hat drei dieser Stahlbügel. Mit denen und der Einstellschraube stellt man den Leerweg der Kupplung ein. Die Schrauben sind normalerweise gekörnt und können sich ohne Eingriff nicht verstellen. Sollte ein Stahlbügel deutlich anders stehen oder Leerweg haben als die anderen, wird der Kupplungsbelagsträger nicht gleichmäßig angepresst. Zerstört werden kann dabei eigentlich nichts, nur die Kupplung trennt und greift dann nicht sauber und nutzt sich natürlich ungleichmäßig ab. Um den Lanz kurz mal zu fahren, sollte es gehen. Eingestellt werden kann dieses nur bei ausgebauter Kupplung. (Werkstatthandbuch erforderlich, BA reicht nicht).

Das Motoröl kann man ja auch mit dem Handhebel vorpumpen. Ich weiss nur nicht, für welche Schmierstellen das gilt.
Ganz wichtig ist auch das Pumpenöl. Aber das hast du ja schon geprüft.
Ich würde das Schwungrad abnehmen. Dahinter kann man dann die Ölpumpe gut erreichen, auseinanderbauen und prüfen und reinigen. Ist kein Hexenwerk. Die Pumpe besteht eigentlich nur aus zwei Zahnrädern, die das Öl fördern. Sauberkeit ist beim demontieren und montieren sehr wichtig. Mach viele Fotos, dann gehts auch ohne Werkstatthandbuch.

Beim Schwungrad-Versand bekommst du ein Werkstatthandbuch. Auch die Ersatzteilliste kann ich nur empfehlen. Das Geld ist sehr gut angelegt.
Man darf alles machen, man darf sich nur nicht erwischen lassen!
katzoff
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Re: Motor Instandsetzung Lanz D1616

Beitragvon Socke » 21.08.2021, 23:19

Ich weiss nur nicht, für welche Schmierstellen das gilt.

Ist kein Hexenwerk. Die Pumpe besteht eigentlich nur aus zwei Zahnrädern, die das Öl fördern. Sauberkeit ist beim demontieren und montieren sehr wichtig. Mach viele Fotos, dann gehts auch ohne Werkstatthandbuch

Geht doch, was mach ich mir denn nur für 'nen Kopf...
Socke
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